Die Hörberatung

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10 Hörgerätetipps für sorgenfreies Tragen
von Hörakustikmeister Nico Tomasini

Tipp 1

Damit Sie lange Freude an Ihrem Hörgerät haben, ist die richtige und regelmässige Pflege wichtig. Diese sollten Sie in Ihre alltägliche Routine einbinden. In dem Sie zum Beispiel am Abend vor dem schlafen gehen, den im Gehörgang befindlichen Teil des Hörgerätes, mit einem Tuch abwischen. So reduzieren Sie, die Gefahr eines verstopften Lautsprechers und vermeiden eine schlechter werdende Klangqualität und Lautstärke Ihrer Hörgeräte. Dazu können Sie auch die erhältliche Reinigungssprays oder Alkoholische Hygienemittel auf das Tuch geben und somit Bakterien und Schmutz den Kampf ansagen.

Tipp 2

Um lästige und teure Reparaturen an Ihrem Hörgerät zu minimieren, ist es notwendig die Elektronik des Hörgerätes vor Regen, Nässe und Schweiss zu schützen. Da dies nicht immer möglich und einfach ist, empfiehlt es sich über die einmalige Anschaffung einer Trockenbox Gedanken zu machen. Sollten Sie sich trotz aller Vorkehrungen nicht sicher sein, ob Ihre Hörgeräte über Nacht ausreichend trocknen, ist ein regelmässiger Besuch bei Ihrem Akustiker ratsam. Dieser kann mit Hilfe einer Vakuumanlage verbleibende Feuchtigkeit entfernen und gleich die technische Funktionalität überprüfen.

Tipp 3

Um Schwierigkeiten oder gar einen Placeboeffekt bei der Eingewöhnung mit Ihrem Hörgerät zu vermeiden, ist es erforderlich Ihre Hörgeräte täglich und möglichst 8 Stunden lang zu tragen. Das aktive Aufsuchen von geräuschvollen Umgebungen oder das sich selbst „laut“ vorlesen der Tageszeitung, kann die Eingewöhnung und die Akzeptanz der eigenen Stimme beschleunigen. Denn je nach Hörverlust und Grad der Entwöhnung wird unsere häufig laute Umwelt, vollständig neu mit dem Hilfsmittel Hörgerät wahrgenommen.

Tipp 4

Sind sie am Abend erschöpft und müde durch das Tragen Ihrer Hörgeräte und bekommen sogar Kopfschmerzen? Oft kommen diese Erscheinungen bei den ersten Tragen von Hörgeräten oder stärker eingestellten Hörgeräten vor. Dies ist in der Regel kein Grund zur Panik, sondern viel mehr ein Zeichen, dass Sie Ihre Arbeit gut machen und Ihre Hörgeräte fleissig tragen. Wie bei jeder plötzlichen Überlastung reagiert unser Körper und lässt uns dies Spüren, ähnlich wie bei einem Muskelkater. Sollte dieser jedoch nicht verschwinden und Sie geneigt sein das Hörgerät weniger oder gar nicht mehr zu tragen, gehen Sie bitte unbedingt zu Ihrem Akustiker. Dieser kann Ihnen die Möglichkeit geben, die Lautstärke situationsbedingt selbst zu korrigieren oder hilft Ihnen mit kleineren korrekturschritten Ihr Ziel zu erreichen.

Tipp 5

Ihr Ohr schmerzt oder der Sitz Ihres Hörgerätes ist zu locker? In einem Solchen Fall zögern Sie nie vor einem Zeitnahen Besuch vor Ort. Den ein Schuh, der drückt wird ungern getragen. Meist genügt ein geschulter Blick, um das Problem zu beheben. Aber auch das Anfertigen eines Individuellen Ohrpassstückes kann notwendig sein. Nur mit einem bequemen und Sicheren Sitz können Sie sich wohlfühlen und den Alltag unbeschwert genissen.

Tipp 6

Kein Spass mehr an Spielfilmen und Aktion? Wenn Sie bereits das Klangbild im Fernsehmenü verändert haben und auch das Tragen der Hörgeräte keine ausreichende Deutlichkeit bring-gibt es noch eine Lösung. Die meisten modernen Hörgeräte bieten mit Hilfe eines kleinen Zusatzgerätes die Möglichkeit, das Signal des Fernsehers direkt auf Ihre Hörgeräte zu übertragen. Somit erhöhen Sie die Verständlichkeit und auch ein Fernsehabend zu zweit wird kein Streitpunkt mehr sein, da die Lautstärke individuell im Hörgerät angepasst werden kann. Ihr Nachbar wird es Ihnen danken.

Tipp 7

Macht Ihnen das telefonieren mit Ihren Liebsten mühe? Bedenken Sie zuallererst, das sich die Handführung Ihres Telefons ändern muss, sofern Sie ein Hörgerät hinter dem Ohr tragen. Versuchen Sie zunächst das Telefon mit einem etwas grösseren Abstand wie gewohnt und eher hinter die Ohrmuschel zu halten. Wenn es die Situation zulässt, können sie gern die Funktion des Lautsprechers nutzen. Sollten Sie ein Smartphone besitzen, kontaktieren Sie Ihren Akustiker. Dieser kann Ihnen Auskunft geben oder helfen das Sie Ihre Telefonate direkt und deutlich auf Ihre Hörgeräte empfangen. Auch leistungsstarke Festnetztelefone bieten eine gute Möglichkeit ihre Kontakte zu pflegen und sind oft auch über Ihren Akustiker beziehbar.

Tipp 8

Sie verstehen nicht mehr deutlich die Predigt in Ihrer Kirche? Auch wenn Sie bereits in der ersten Reihe sitzen oder die Lippen des Pfarrers durch ein Mikrofon bedeckt sind. Verzweifeln Sie nicht. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Pfarrer und informieren Sie sich, ob ein spezieller Sitzbereich für Hörgeräteträger oder Ringleitungen existieren. Wenn ja kann der Akustiker mit Ihnen ein Programm einrichten, das Ihnen im besten Falle das Mikrofonsignal der Predigt direkt auf Ihre Hörgeräte überträgt.

Tipp 9

Verstehen Sie schlecht in grossen Gruppen oder an langen Tischen in der Gesellschaft? Versuchen Sie zunächst sich mit der richtigen Tisch- und Platzwahl zu helfen. Vermeiden Sie es dabei sich mit dem Rücken einer lauten Geräuschkulisse zu zuwenden. Suchen Sie auch den direkten Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner, denn Moderne und hochwertige Hörgeräte werden Sie bereits versuchen bestmöglich und automatisch zu unterstützen. Aber auch das verwenden einer App oder individueller fixer Programme kann zusätzliche Abhilfe verschaffen. Dennoch sind der Technik Grenzen gesetzt und grössere Distanzen von mehr als zwei Metern werden spürbar schnell undeutlicher bei lauteren Umgebungen. In diesem Falle kann ein zusätzliches Mikrofon die Lösung zur Erhöhung der Distanz sein. Sofern die Häufigkeit und somit die Notwendigkeit gegeben ist, wird Sie Ihr Akustiker gerne beraten.

Tipp 10

Das Wichtigste zum Schluss. Auch wenn es hin und wieder lästig sein kann, den Weg in die laute Stadt auf sich zu nehmen, so sollten Sie in regelmässigen Abständen Ihren Akustiker aufsuchen. Nur so kann gewährleistet werden, dass Ihre Hörgeräte tadellos funktionieren und auch nach mehreren Jahren noch optimal auf Ihre Bedürfnisse eingestellt sind. Ein mindestens Jährlicher Besuch wird daher gern gesehen. Sollte Ihre Mobilität stark eingeschränkt sein so bitten Sie Ihre Liebsten um Mithilfe. Denn nicht bei jeder Kontrolle müssen Sie zwangsläufig vor Ort sein. Informieren Sie sich auch über die Möglichkeit eines Hausbesuches, wenn Ihre Anwesenheit unabdingbar ist.

Haben Sie noch besondere Frage am Herzen, so können Sie mir diese jederzeit stellen und ich beantworte sie sehr gerne.

Freundliche Grüsse

Nico Tomasini

Hörakustikmeister