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Das Ohr und die verschiedenen Arten der Schwerhörigkeit

Unser Hörorgan ist eines unserer fünf Sinnesorgane. Wie jedes dieser Sinnesorgane hat die Natur auch unser Hörorgan sehr komplex ausgereift.

 

Unser Ohr besteht grob aus 4 Stationen:

  1. Das Außenohr und die Schallleitungsschwerhörigkeit
  2. Das Mittelohr und die Schallleitungsschwerhörigkeit
  3. Das Innenohr und die Schallempfindungsschwerhörigkeit
  4. Die Hörbahn zum Gehirn und die retrocochleäre Schwerhörigkeit
  5. Die Kombinierte Schwerhörigkeit

Funktioniert eine dieser Stationen nicht richtig, so kann es zu einem Hörverlust und einer Schwerhörigkeit kommen. Je nachdem welche Station eine Funktionsstörung hat, wird zwischen verschiedenen Arten der Schwerhörigkeit unterschieden.

1. Das Außenohr und die Schallleitungsschwerhörigkeit

Unser Außenohr, welches aus unserer Ohrmuschel und dem Gehörgang besteht, ist für die Schallaufnahme, das Richtungshören und die Verstärkung des ankommenden Schalls zuständig. Sollte in diesem Bereich ein Defekt vorliegen, also zum Beispiel, dass die Ohrmuschel auf Grund eines Gendefekts oder eines Unfalls nicht mehr existiert oder beschädigt ist, kann dies meist durch eine Operation wieder künstlich hergestellt werden. Diese Abklärung erfolgt immer im Zusammenhang mit einem Hospital und einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Wenn eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist, tritt die erste Art einer Schwerhörigkeit auf. Diese wird Schallleitungsschwerhörigkeit genannt, da der Schall nicht korrekt zum Innenohr weitergeleitet werden kann. Ein solcher Hörverlust kann durch Knochenleitungshörgeräte ausgeglichen werden.

Diese werden hinter dem Ohr, direkt über dem Innenohr platziert und übernehmen die Aufgaben des Außen- und Mittelohres, also die Schallaufnahme, die Schallverstärkung und die Schallumwandlung.

2. Das Mittelohr und die Schallleitungsschwerhörigkeit

Unser Mittelohr besteht aus dem Trommelfell und den Gehörknöchelchen – Hammer, Amboss, Steigbügel. Es ist für eine weitere Verstärkung des Schalls und für die Umwandlung des Schalls zuständig.

Auch hier können Funktionsstörungen operativ behoben werden. Dies ist ein komplexer Eingriff und es kann sein, dass nach einer Beschädigung eine leichte Funktionsstörung des Mittelohrs vorhanden bleibt oder, dass der operative Einsatz wieder nicht gewünscht ist. Das Innenohr funktioniert aber weiterhin einwandfrei.In diesem Fall liegt auch eine Schallleitungsschwerhörigkeit vor, die durch Knochenleitungshörgeräte ausgeglichen werden kann. Knochenleitungshörgeräte können durch eine Brille, ein Stirnband oder eine Schraube am Kopf gehalten werden.

3. Das Innenohr und die Schallempfindungsschwerhörigkeit

Die Aufgaben unseres Innenohres ist die Umwandlung des Schalls in elektrische Nervenenergie, denn das ist die Sprache unseres Gehirns.
Diese Aufgabe übernehmen unsere Haarsinneszellen in unserer Hörschnecke.
Diese Haarsinneszellen können im Laufe der Jahre, zum Beispiel durch Lärm beschädigt werden und abknicken.

In diesem Fall kann der Schall nicht mehr in die Sprache des Gehirns – in Nervenenergie – umgewandelt werden. Nach aktuellem Stand der heutigen medizinischen Technik, gibt es keine Möglichkeit beschädigte Haarsinneszellen wieder zu heilen.
Es kommt zu einer Schallempfindungsschwerhörigkeit und zu einem Hörverlust. Die klassische Altersschwerhörigkeit ist eine Schallempfindungsschwerhörigkeit.
Der durch die abgenickten Haarsinneszellen entstandene Hörverlust kann durch Hörgeräte ausgeglichen werden, ob diese Hinter- oder Im-Ohr sitzen, ist zu 80% der Fälle nicht entscheidend.

Gründe für die Entstehung einer Schallempfindungsschwerhörigkeit

1.) Wie bereits erwähnt, kann eine Lärmbelastung Ursache für eine Schallempfindungsschwerhörigkeit sein. Lärm ist über zwei Wege für unser Ohr schädigend, einmal über die Intensität und einmal über die Dauer. Ein kurzer sehr lauter Knall, zum Beispiel ein Schuss aus einem Gewehr ist für unser Ohr schädigend. Ein Knall durch eine zufallende Tür nicht. Ein kurzer Discobesuch ist ebenfalls für unser Ohr nicht schädlich, bleiben wir jedoch für stunden im Lärm, so kann dies zu einer Schwerhörigkeit führen. Teilweise kann sich unser Ohr wieder vom Lärm erholen. Triff eine Lärmbelastung jedoch zu häufig auf, führt dies zu einem lebenslangen Hörverlust.

2.) Schwerhörigkeiten können auch genetisch bedingt Sind in den vorherigen Generationen also schon Hörverluste vorhanden, ist das Risiko selbst einen zu bekommen höher.

3.)Manche Medikamente haben einen Einfluss auf unser Ohr und können so zu einer Schwerhörigkeit führen.

4.)Außerdem lässt sich aber auch hier feststellen, dass ein ungesunder Lebensstil zu einer Schwerhörigkeit führen kann. Alkohol, Drogen, Rauchen, Stress und psychische Belastungen können dazu führen, dass Haarsinneszellen beschädigt werden und somit eine Schwerhörigkeit entsteht.

4. Die Hörbahn zum Gehirn und die retrocochleäre Schwerhörigkeit

Ist der Schall einmal von unserem Innenohr in elektrische Nervenenergie umgewandelt muss er noch zu unserem Hörzentrum im Gehirn weitergeleitet werden. Dies passiert auch über Nervenbahnen – die Hörbahn.

Auch diese kann beschädigt sein. In diesem Fall hören betroffene Personen alle Geräusche einwandfrei, dass Gehirn kann sie aber nicht verarbeiten und Ihnen keinen Sinn geben. Es ist also so als würde man eine Fremdsprache hören. Man hört und sieht die Personen sprechen aber ein Verstehen ist nicht möglich.
Diese Art der Schwerhörigkeit wird retrocochleäre Schwerhörigkeit genannt, auch hier kommen keine Hörgeräte in Frage.

Die Abklärung erfolgt immer im Zusammenhang mit einem Hospital und einem Arzt.

5. Die Kombinierte Schwerhörigkeit

Die Schallleitungsschwerhörigkeit kann auch in Kombination mit der Schallempfindungsschwerhörigkeit auftreten. In diesem Fall spricht man von der kombinierten Schwerhörigkeit. Hier ist also sowohl das Außen- oder Mittelohr als auch das Innenohr mit seinen Haarsinnenszellen beschädigt. Der Schall kann nicht zu 100% richtig aufgenommen und nicht zu 100% ans Gehirn weitergeleitet werden. In den meisten Fällen arbeitet man hier mit klassischen Hörgeräten vereinzelt können aber auch Knochenleitungshörgeräte in Frage kommen.

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